Justin studierte Sinologie und befasste sich im Rahmen seines Studiums mit der chinesischen Sprache, Geschichte und Kultur. Mit vierzehn reiste er das erste Mal zusammen mit seinen Eltern nach Hongkong und war tief beeindruckt von dieser Stadt. Mit den sieben Millionen Einwohnern, einer fremden Sprache und der beeindruckenden Architektur unterschied sich Hongkong sehr von seinem Heimatort. Justin war in einer Kleinstadt aufgewachsen und war deshalb besonders beeindruckt von der Größe und den Menschenmassen in der chinesischen Stadt. Als er in der Schule eine zusätzliche Sprache wählen konnte und Chinesisch angeboten wurde, zögerte er nicht und wählte es als dritte Fremdsprache. Fleißig lernte er hunderte Schriftzeichen und gewöhnte sich an die Aussprache des Chinesischen. Als dann ein Schüleraustausch mit China bevorstand, meldete er sich sofort. Natürlich hatte er Angst, dass sein bisschen Schul-Chinesisch nicht ausreichte, aber Justin bereitete sich gut auf den Austausch vor und lernte viel vor Ort. Er gewöhnte sich an die fremde Kultur. Chinesisch essen war dann bald nicht mehr komisch für ihn, denn er konnte mit den Stäbchen umgehen und hatte die verschiedenen Tischsitten gelernt. Als er wieder zu Hause war, vermisste er sehr das Land, das er doch gerade erst richtig kennen gelernt hatte und für ihn stand fest, dass er Sinologie studieren würde. Es würde ein Auslandssemester in China machen und nach seinem Abschluss ebendort arbeiten, wenn er denn einen Job fand.
Acht Jahre später war er mitten im Studium. Wenn er mit Freunden ins China Restaurant essen ging, sollte er immer auf Chinesisch bestellen. Zwangsläufig entwickelte sich dann mit dem Kellner ein etwas längeres Gespräch, warum Justin denn so gut Chinesisch sprechen konnte. Meist endete es damit, dass er und seine Freunde noch ein Getränk auf Kosten des Hauses bekamen. Wenn Justin Prüfungen oder neben der Arbeit nicht viel Zeit hatte, um auswärts essen zu gehen, ließ er sich Essen liefern. Von einer Freundin hatte er gehört, dass man Chinesisch online bestellen konnte. Davon und von der Qualität des Essens wollte er sich selbst überzeugen und schaute auf die empfohlene Internetseite vorbei. Er war überrascht, wie schnell er einen Chinesisch Lieferservice ins einer Nähe gefunden hatte. Die online Speisekarte war genauso, wie er sie schon in vielen Restaurants gesehen hatte. Er gab seine online Bestellung auf und wartete danach auf den Lieferanten, mit dem er auch noch ein paar Sätze auf Chinesisch wechselte. Das Essen konnte punkten, schmeckte sogar sehr lecker. Von nun an bestellte Justin öfter online Essen, wenn er keine Lust oder Zeit hatte, selbst ein Restaurant aufzusuchen.
